Methoden der Schneckenbekämpfung

Auch in unserem Garten sind sie nun angekommen: Die Nacktschnecken. Um welche Unterart es sich genau handelt, können wir noch nicht sagen, da die Schnecken noch sehr klein sind. Aber schon sehr gefräßig!

Aus diesem Grund habe ich mich mit der Bekämpfung von Schnecken beschäftigt.

Die Chemiekeule

Es gibt natürlich viele Arten, den Schnecken mit Chemie zu Leibe zu rücken. Bei vielen bekannt sein dürfte das sogenannte Schneckenkorn. Es enthält Metaldehyd. Dieses Mittel zerstört das Körpergewebe der Schnecken. Weil sie versuchen, den Giftstoff auszuscheiden, produzieren sie mehr Schleim. Das Zeug ist nicht sehr regenfest und verursacht bei Schneckenfressern wie dem Igel wohl keine Vergiftungen. Allerdings reagieren Hunde wesentlich empfindlicher auf den Wirkstoff. Dieser zersetzt sich nach einigen Tagen zu Wasser und Kohlendioxid.

Ein regenfestes Präparat ist Eisen-III-Phosphat. In geringen Mengen kommt es auch im Boden vor und besitzt daher auch die Zulassung für den ökologischen Landbau, da es für die Umwelt nicht schadet (bzw. schaden soll). Eisen-III-Phosphat verändert das Darmgewebe der Schnecken. Diese fressen dann nichts mehr und verhungern.

Methiocarb ist ein dritter Wirkstoff im Kampf gegen die Schnecken. Es ist ein Nervengift. Hier ist also äußerste Vorsicht angeraten, denn es wirkt sich auch auf andere Gartenbewohner aus! Daher wurde es auch für den den Einsatz im Garten nicht mehr zugelassen. Man darf es jetzt nur noch im Gewächshaus verwenden.

Schneckentod ohne Chemie

Die bekannteste Methode dürfte die Bierfalle sein. Man füllt das Bier in eine Tasse oder ähnliches und gräbt sie ein Stück in die Erde ein. Die Tiere werden von dem Geruch angelockt und ertrinken dann im Bier. Diese Methode bewährt sich aber eher nicht. Sie lockt sogar noch die Schnecken aus der Umgebung an und vernichtet im Verhältnis dazu nur wenige. Man macht sich also mehr Probleme als man hatte.

Eine weitere Methode ist das Bestreuen mit Salz. Die Tiere „verblubbern“ dann.
Allerdings sind Nacktschnecken durchaus Aasfresser und Kannibalen. So locken die toten Schnecken dann weitere Artgenossen in den Garten. Und hat schon mal jemand dran gedacht, dass es einfach nur eklig ist, lauter Schleimpfützen im Garten zu haben?

schnecke
(Bild wurde hier gemopst).

Der Tod auf zwei Beinen kommt in Form der Laufente daher. Man muss sich diese munteren Gesellen nicht mal selber halten. Oft bieten Entenhalter einen Vermietungsservice an und bringen die Enten für ein paar Stunden vorbei. Wie artgerecht das ist, bleibt fraglich, denn Laufenten sind Gewohnheitstiere. Aber Achtung: Ob die Laufenten auch an die Pflanzen rangehen oder nicht, darüber gibt es geteilte Meinungen und Erfahrungen. Und wenn sie sie nicht fressen, trampeln sie die Pflanzen auch gerne platt.  Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

Eine weitere Möglichkeit besteht im Durchschneiden der Tiere mit der Gartenschere oder dem Messer. Angeblich ist das der schnellste Tod für die Tiere. Im Angesicht von Zellveränderungen und Hungertod mag man das sogar glauben.

Ähnlich wie Hummer kann man die Schnecken auch in heißes Wasser werfen. Muss dann aber irgendwie diese Glibbermasse entsorgen. Auf dem Kompost lockt sie wiederum nur andere Schnecken an.

Schnecke lebt weiter – Pflanze auch

Nun bin ich ja kein Freund von der Tötung von Tieren, nur weil sie meinen Salat anknabbern. Es gibt natürlich auch andere Wege, die Schnecken loszuwerden.

Eine sehr aufwendige Methode ist das Absammeln der Schnecken. Hierzu legt man Bretter im Garten aus. Da Schnecken nachtaktiv sind, sammeln sich sich oft tagsüber unter diesen Brettern und man kann sie schnell und einfach einsammeln. Wohin man sie dann allerdings entsorgt, ist die nächste Frage, denn Schnecken können sehr weite Strecken zurücklegen. Außerdem ist zu bedenken, dass zum Beispiel die Spanische Wegschnecke heimische Schneckenarten verdrängt. Es wäre also wenig ratsam, sie im Wald auszusetzen.

Man kann die Pflanzen auch mit verschiedenen Dingen schützen. Möglich sind da der Schneckenzaun, die Plastikhütchen und Gartenvlies. Weniger bewährt haben sich allerdings Barrieren aus Kalk (der in größeren Mengen die Bodenzusammensetzung beeinflusst – passt auf die Pflanzen auf), hochkonzentrierte Kaffeelösung oder Nadelholz-Sägemehl. Zudem sind sie nicht regenfest. Im Gartenhandel gibt es ein Gel, das wohl regenfest ist.

Auch die Bearbeitung des Bodens kann dafür sorgen, dass sich Schnecken gar nicht erst einnisten, denn Schnecken legen ihre Eier in Hohlräume. Je feiner also die Erde, umso weniger Schneckeneier gibt es. Es wird auch empfohlen, den Boden im Herbst nicht umzugraben, sondern im Winter mit dem Grubber durchzuarbeiten. So gelangen doch abgelegte Eier an die Oberfläche und sterben ab. Auch alter Rindenmulch sollte im Frühjahr von den Beeten entfernt und möglichst schnell kompostiert werden. Neuer Mulch soll nur in dünnen Schichten aufgetragen werden. Hier eignet sich wiederum Mulch aus Nadelholz.

Also denkt daran:

Tote Schnecken im Garten locken weitere Schnecken an!

Liebe Grüße,
Majura, Rhi und Marii

(das Artikelbild stammt von hier).

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Ein Gedanke zu “Methoden der Schneckenbekämpfung

  1. heide schreibt:

    ihr lieben, fragt doch einfach, wenn ihr was nicht wisst. pflanze um die beete (vor allem salat und ähnliches) viele tagetes (studentenblume) sehr dicht. hilft nicht hundertprozentig, aber die meisten schnecken bleiben dann dort und fressen die. sieht auch hübsch aus und man kann sie auch selber recht billig aus samen heranziehen.

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