Prinzip Arche Noah

Nachdem nun einige Tage lang die Sonne geschienen hat und unser Garten ja nicht direkt vom Hochwasser, sondern viel mehr von den Regenfluten betroffen war, haben wir der Lindwurmfeste einen erneuten Besuch abgestattet. Wir hatten ja tatsächlich die vage Hoffnung, dass ein wenig Wasser verdunstet sein könnte. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zu letzt. Stures Ding.

Aber ab und zu schaltet sich auch der Verstand ein und so hatte ich wenigstens Gummistiefel an. Die waren leider auch bitter nötig. Die oberen Gärten sahen ja richtig gut aus. Grün, das Gemüse wächst, fast trocken (im Moment kommt ein leichter Regen runter). Dann geht man eine Schräge entlang zu den unteren Gärten. Von oben konnte man die Katastrophe schon sehen. Das Wasser steht bis an den Hang hinan. Erinnert ihr euch an den Bericht über die Ringelnatter und die Frösche? Die dürften sich gerade scheckig freuen, denn ihr Biotop dürfte um das zwanzig- oder dreißigfache gewachsen sein, wenn es reicht.

Auch die Lindwurmfeste zählt immer noch fast komplett zu diesem Areal. Das Wasser steht im Schnitt 30cm hoch, vorne höher als hinten. Aber noch immer bis an die Hütte ran, die zum Glück trocken hält. Beet 1 und 2 sind vollkommen überspült. Eine einzige Zucchini auf dem ersten Beet ganz hinten hat noch zwei Blättchen, die aus dem Wasser ragen. Ansonsten ist alles weg. Wirklich alles. Das verschlägt einem die Sprache. Es war alles umsonst. Die ganze Mühe, die Arbeit, letztlich auch das Geld. Weggespült. Das Kartoffelbeet sieht nicht viel besser aus. Da wachsen nur zwei Farne, die gerade so aus dem Wasser ragen.

Im Radieschenbeet ist der Wasserpegel auch gestiegen. Es ist eine einzige Schlammkuhle. Ein paar wenige Radieschen habe ich wieder retten können. Die waren ja eigentlich als Ameisen- und Schneckenfutter gedacht. So ein bisschen tun mir die Viecher ja auch leid. Die Erdbeeren sehen allerdings gar nicht gut aus. Die kann ich mir wohl abschmieren.

Die Schnecken haben aber eine ganz andere Nahrungsquelle gefunden: Die Hochbeete. Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt. Haben wir die Hochbeete nicht auch gebaut, damit wir weniger Schädlinge im Gemüse haben? Denkste. Ich habe heute ungelogen aus jedem der drei Hochbeete mindestens 30 oder 40 Nacktschnecken gesammelt! Die sind einfach überall! Die Zucchini haben sie ratzekahl geputzt, alle! Die Erdbeere selbst lebt noch, aber die beiden inzwischen roten Erdbeeren – vermutlich die einzigen dieses Jahr – werden gerade fleißig von Ameisen abgebaut. Ist das nicht eine Frechheit? In jedem Beet ist mindestens ein Ameisenvolk. Ich hab mir ja beim Füllen der Hochbeete nichts dabei gedacht, dass da Ameisen zwischen waren, aber dass die so einen Schaden anrichten…warum jagen die keine Nacktschnecken? Der Salat, der trotz Regengüsse so gut gewachsen war, ist auch fast nicht mehr zu sehen. Abgefressen. Die Schneckenbiester gehen sogar an den Thymian und die Pfefferminze! Zehn Schnecken auf einem einzigen Thymian! Von klein bis riesig war alles dabei. So leid es mir tut, aber selbst Noah hat immer nur zwei von jeder Art mitgenommen…die Schnecken sind baden gegangen. Und es haben sich immer noch genug von ihnen zwischen Erde und Holz verkrochen. Wo sollen sie auch sonst hin. Na vielleicht einfach weiter nach oben? Wo keine Überschwemmung ist? Da sind so viele Wiesen, wo sie sich satt fressen könnten. Nein, sie spielen Piraten in meinen Hochbeeten. Räuberische Bande.

Die Obstbäume halten sich einigermaßen. Früchte wird es aber wohl eher nicht geben. Nur der eine kleine Apfelbaum lässt gerade einen Ast nach dem anderen absterben. Mal sehen, wie das weiter geht.

Bilder habe ich heute keine gemacht. Ganz ehrlich, das wollt ihr auch gar nicht sehen. Wem es hilft: Stellt euch eine ca. 200m² große Wasserfläche vor in den Farben Matschbraun bis welkes Gelb. Das beschreibt gerade ziemlich genau den Anblick, den die Lindwurmfeste derzeit bietet. Wundert mich ja, dass noch keine Enten eingezogen sind. Die fressen Nacktschnecken nicht unbedingt gerne, aber Platz und Futter hätten sie ja genug. Auf der Terrasse ist es sogar trocken. Und ob ein Fuchs so weit schwimmen würde, um an eine Ente zu kommen…denn laufen könnte der in dem Wasser zum Teil nicht mehr.

Wir spielen also noch eine Weile Arche Noah und Gemüse versenken.

Majura, Rhi, Marii und Paule

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