Zombie-Apokalypse im Garten

Braune Wassermassen schließen sich um die Waden. Darin tote Pflanzen, die sich zu großen Ballen ineinander verknoten. Die meisten Regenwürmer sind schon längst Leichen und liegen am Grund. Durch die Bewegung im Wasser, die unsere Schritte erzeugen, beginnen sie einen seltsamen Reigen mit den verwesenden Pflanzen. Die Luft ist gewürzt vom Geruch der Fäulnis. Doch da ist noch etwas anderes im Wasser, etwas Lebendiges. Um uns herum Kreise im Wasser. Schatten unter der Wasseroberfläche. Die Frösche haben es wahr gemacht und ihr Biotop ausgeweitet. Große, blaue Libellen schweben über dem Wasser. Mückenlarven und Rückenschwimmer erzeugen seltsame Lichtspiele.

Der Garten gleicht einem Friedhof. Das Wasser steht noch immer auf den Beeten. Fast alle Pflanzen sind verschwunden, die Beete sind wie leer gefegt, wenn da nicht das Wasser wäre. Einzig die Sojapflanzen sind ein wenig gewachsen und ragen mittlerweile aus dem Wasser heraus. Auch das Fingerkraut und der Farn machen sich prima. Von unseren angebauten Pflanzen hingegen sieht man bestenfalls noch einen Stengel. Ich habe keine Ahnung, wo die Kürbis- und Zucchinipflanzen hin sind. Sie sind verschwunden. Der Blumenkohl, der Kohlrabi…alle weg.

Die letzte Hoffnung ruhte auf den Hochbeeten. Auch da ist nur Tod. Es ist nicht eine Nacktschnecke mehr zu sehen. Geschweige denn, eine Pflanze. Die Hängeerdbeere steht noch. Die Zucchini mussten wir lange suchen. Denn sie sind vollkommen abgefressen. Es ist nichts mehr zu sehen. Völlig kahl. Die Petersilie, die Salate…nur noch Stengelchen.

Bestand bis jetzt noch ein Funken Hoffnung, so ist er nun völlig zu nichte. Ich finde kaum Worte. Jedes Mal, wenn ich durch das Wasser wate und vor oder im Garten stehe, kommen mir die Tränen. Es ist alles hinüber. Es wird noch Wochen dauern, bis das Wasser überhaupt weg ist und man wieder Ordnung im Garten schaffen kann. Bis dahin sind uns die Hände gebunden. Die vielen Hundert Regenwürmer liegen tot im Wasser, manche versuchen noch Land zu erreichen. Doch da ist keins. Nur Wasser und Schlamm. Es riecht furchtbar, stinkt, denn die Pflanzen und toten Tiere verwesen und faulen. Und ich will gar nicht wissen, wo das Wasser noch so hingekommen ist und mit sich trägt. Das Wasser steht, die Sonne knallt…gute Mischung. Vor dem Garten tummeln sich die Frösche. Und ich weiß nicht, ob ich bei diesem Anblick lachen oder heulen soll. Sogar im Schuppen stand das Wasser, die Geräte haben alle Rost angesetzt.

Wir haben wieder ein paar Bilder gemacht, die sagen vielleicht mehr.

Majura, Rhi und Marii

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