Oben ist unten und hässlich ist schön

Der September und die Wühlmäuse

September: grau, kalt, nass und vor allem…Prüfungen. Überflüssige Zeitfresser. Umso schöner ist, wenn man sich dann in die Lindwurmfeste flüchten kann. Frohen Mutes haben wir uns in die Furchen geworfen. Und das war es im Prinzip auch schon.

Wir haben gebuddelt:

Unter dem Wasserhahn kamen die Rosen wieder. Mit erheblichem Kraftaufwand haben wir nun die alten Stöcke komplett entfernt. Dabei wurden zwei Rasenkantensteine ausgehebelt. Und weil die da niemand braucht, wurden sie kurzer Hand zu Trittsteinen für den Teich umfunktioniert.

Zudem wurde noch einmal das gesamte Beet unter dem Hibiskus umgegraben. Die Quecke kam doch erstaunlich schnell und vor allem hoch und viel wieder, so dass wir uns entschlossen haben, noch mal nach Wurzeln zu graben. Bleibt zu hoffen, dass es dieses Mal geholfen hat. Die eine Wichtelpflanze ist im Zuge dessen mit an den Teich gezogen.

Das Beet, auf dem die Himbeeren stehen, ist inzwischen fast fertig umgegraben, es fehlt nur noch ein schmaler Streifen. Aber ich sage euch: Wer es nicht gesehen hat, glaubt es nicht. Man gräbt da keine Erde um, sondern Quecke. Riesige Wurzelballen, zwischen denen ab und zu ein Klümpchen Erde hängt. Oder ein Engerling. Wovon die leben, frag ich mich. Man gräbt zwei Spaten breit um und schon ist der nächste Eimer voller Queckenwurzeln. Es ist einfach wahnsinnig. Irgendwann fiel mir ein, dass man aus Quecke doch irgendwas kochen konnte oder so. Betrachtet man das Umgraben des Beetes als Quecken-Ernte, klingt das schon viel positiver und äußerst erfolgreich waren wir außerdem :)

Oben ist unten und hässlich ist schön

(Zitat aus „Der Schrecksenmeister“ von Walter Moers)

Von wegen Quecke: Wir haben deutliche Unterschiede zwischen den Beeten feststellen können. In dem Beet, das wir erst grobschollig umgegraben und dann mit der Bodenfräse bearbeitet haben, kommt die Quecke sehr schnell wieder. Besonders gerne setzt sie sich ganz dicht an unsere Kulturpflanzen, damit man auch ja nicht ran kommt. Die Beete hingegen, die wir nur grob umgegraben haben, zeigen bis heute nicht die kleinste Spur von Quecken-Grün. Auch bei anderen Gartenbloggern konnten wir sehen, dass fein gegrabene Beete schneller wieder von Unkraut befallen waren als solche, die nur von einem Pflug bearbeitet wurden. Wir wissen nicht, ob Pflanzen einen Sinn für oben und unten haben. Aber wenn, liegt hier vielleicht der Schlüssel. Denn ein Pflug dreht die Erde ja praktisch nur um 180 Grad (ooooh, böse Gedanken an Geometrie-Prüfungen kommen hoch). Sie liegt quasi verkehrt herum. Ebenso ist es bei den Beeten, die wir nur grob umgraben. Wir drehen die Schollen um. Vielleicht irritiert das die Pflanzen ja irgendwie. Oder wir erzählen vollkommenen Stuss. Nichts ist unmöglich :)

Beim zweiten Beet geht es auch langsam immer weiter. Aber ihr kennt das Problem: Quecke. Jeder Arbeitsschritt dauert fünfmal so lange. Doch es wird.

Wasser ist Wasser

Die Wege werden so nach und nach auch vom Unkraut befreit. Wir werden jedoch wohl nicht drum herum kommen, im Frühjahr die Platten hochzunehmen, da sich das Unkraut auch darunter verbreitet hat. Immerhin hatte es eine Menge Zeit dafür. Vermutlich werden wir einen Teil des Weges dann auch nicht wieder neu pflastern, sondern mit Mulch bedecken. Das verschließt den Boden nicht so. Irgendwie sind wir ein bisschen geschädigt, was Wasser im Garten betrifft. Woher auch immer das kommen mag…

Demente Lindwürmer

Ach, die beste Nachricht hätte ich ja fast vergessen: Eeeeeeeeendlich haben wir die Übergabepapiere für die alte Lindwurmfeste unterzeichnet. Nachdem man uns sehr, sehr lange mit fadenscheinigen Gründen immer wieder hingehalten hatte und dadurch mehrere ernsthafte Interessenten vergrault worden sind, hat sich nun ein junges Pärchen gefunden, das sich der Lindwurmfeste annimmt. Sie haben auch schon ganz fleißig gewerkelt. Wir wünschen ihnen auch an dieser Stelle noch einmal alles Gute und viel Erfolg.

Und jetzt habe ich doch glatt vergessen, worüber ich noch schreiben wollte. Ein andern Mal :)

Bis dahin,

Majura, Rhi und Marii

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Ein Gedanke zu “Oben ist unten und hässlich ist schön

  1. Rike schreibt:

    Hallo da,
    Ich habe festgestellt, dass das Umgraben mit dem Spaten oder brutale Beetpflege mittels einer Hacke letztlich das Unheil herauf beschwört.
    Jetzt schwöre ich auf die Grabforke, hebele erst einmal die Scholle schön an, größeres Unkraut kann gleich beim Schopfe gepackt werden und mit Forkenunterstützung herausgezogen werden. Dann heißt es, in Handarbeit und mit Fingerspitzengefühl die Portion zu zerlegen. Wer diese zählebigen Unkrautwurzeln (Quecke, Giersch, Schafgarbe, Klee usw) nicht in Kleinstteile zerspaltet, hat nach dem Jäten spürbar mehr Ruhe. Alle anderen praktizieren ungewollt die Vermehrungstechnik „Wurzelstecklinge“. Viele Grüße, Rike

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