Einigeln

So langsam wird es Zeit, die Lindwurmfeste auf den Winter vorzubereiten. Die Götter segnen uns noch mit ein paar wärmenden Sonnenstrahlen, während wir uns auf eine Zeit der Ruhe vorbereiten.

 Wer wird einen Kopf kürzer?

Da galt es zunächst allem den passenden Schnitt zu geben: Johannisbeeren, Himbeeren und auch der Pflaumenbaum wollten wieder in Form gebracht werden. Kein leichtes Unterfangen.

Johannisbeeren

Bei Johannisbeeren hat man früher unterschieden, ob es schwarze oder rote sind und je nachdem wurden sie dann verschieden beschnitten. Inzwischen lässt man diesen verwirrungsstiftenden Unfug sein und beschneidet sie einfach alle gleich: alles, was älter ist als 4 Jahre, kommt definitiv ab. Aber nicht nur kurz abschneiden, sondern wirklich den ganzen Haupttrieb entfernen. Da kommt man mit einer Gartenschere nicht wirklich weit. So können sich aber neue Bodentriebe ausbilden. Von den einjährigen Trieben lässt man 5 oder 6 der kräftigsten stehen. Denn an den Zweigen der zwei- bis dreijährigen Triebe bilden Johannisbeeren die meisten Früchte, danach lässt der Ertrag rapide nach. Insgesamt sollte der Strauch nicht mehr als 8 bis 12 Haupttriebe haben. Es ist immer noch verwirrend.

Himbeeren

Irgendwie ist es bei den Himbeeren zunächst auch nicht viel einfacher. Da muss man nun wissen, ob man Sommer- oder Herbsthimbeeren hat. Herbst-Himbeeren reifen logischerweise später, werden deswegen aber auch nicht mehr vom Himbeerkäfer befallen (da war wieder jemand kreativ) und sind entsprechend madenfrei. Unsere Himbeeren sind angeblich Herbst-Himbeeren. Wir haben ja nur noch eine einzige gefunden. Die zu schneiden ist wiederum einfach: raspelkurz. Einfach kurz über dem Boden abschneiden, fertig.

Obstbäume…

…sind so eine Sache für sich. Wir haben zum Glück nur einen, den Pflaumenbaum. Der wurde aber seit Jahren nicht mehr beschnitten. So sah er auch aus. Eigentlich bestand er nur noch aus verholzten Wassertrieben – das sind diese steil nach oben wachsenden Triebe. Die mussten erstmal alle weg. Da war der Baum schon nur noch halb so groß. Bei Pflaumen soll man einen Verjüngungsschnitt vermeiden, überhaupt größeren Beschnitt. Aber das war nötig. Nur zum falschen Zeitpunkt, wie ich gerade feststelle. Denn wir nahmen irgendwie an, dass man Bäume im Herbst beschneidet. Google ist für Frühling. Mal sehen. Neben dem Mitteltrieb lässt man vier, möglichst gleichmäßig verteilte Seitentriebe stehen und „erzieht“ sie zu Leitästen. Diese wiederum tragen abermals Seitentriebe, von denen man acht bis zehn wählt, an denen dann die Früchte hängen sollen. Diese Seitentriebe werden jedes Jahr etwa um die Hälfte des vorjährigen Zuchwachses beschnitten und zwar so, dass am Ende ein nach außen gerichtetes Auge bleibt. Furchtbar komplizierte Sache.
Wir für unseren Teil haben die ganzen Wassertriebe entfernt, Äste eingekürzt, die zum Nachbarn expandieren wollten, totes Holz entfernt und stark konkurrierende Zweige ausgedünnt. Im Herbst. Verdammt.

An die Schaufeln, fertig, los!

Was hatten wir schon lange nicht mehr? Richtig, einen Buddeleinsatz. Während ich also die vorderen Beete grubberte, beschloss ich, dann doch gleich den Spaten zu nehmen und habe das vordere Beet noch einmal komplett grobschollig umgegraben. Wird so von Gärtner Pötschke empfohlen. Der Frost kommt so wohl besser in den Boden und die Erde wird von ganz allein fein. Soll mir ja recht sein. Aber wenn mir vor einem Monat jemand erzählt hätte, dass ich das ganze Beet in weniger als zwei Stunden umgraben können würde, was hätte ich gelacht eingedenk der Quecke. Aber die ist ja nun raus, der Spaten gleitet in die Erde wie ein Messer in weiche Butter. Herrlich, wie einfach das Leben sein kann. Nach jedem Aushub musste man sich zwar wieder bücken, um die verbliebenen Queckenwurzeln einzusammeln, aber es war um so vieles müheloser als das erste Umgraben, wo ich am Tag keine zwei Meter weit kam. Und nun ist das ganze Beet fertig, hurra!

Regenwurmparadies

Unter dem Pflaumenbaum stehen zwei Komposte, die man uns samt Inhalt vermacht hat. Diese werden jetzt durchgesiebt, der Unrat wird rausgesammelt und dann wird da ein ordentlicher Kompost draus. Ihr glaubt nicht, was da für Müll drin ist: Schnapsflaschen, Haarshampoo-Flaschen, mehrere Paar Handschuhe, ganze Müllsäcke samt Inhalt. Und trotzdem hat Rhi aus dem ersten Kompost genug Erde gewonnen, dass wir ein weiteres kleines Hochbeet anlegen können. Noch mehr Kürbis.

Im Übrigen haben wir während unserer Arbeiten immer wieder die besonders schönen, langen und fetten Exemplare der Regenwürmer betrachtet, die so bei uns wohnen. Da kann man ja schon fast ein bisschen stolz drauf sein. Ganz schöne Brocken sind da manchmal bei. So schlecht kann die Erde also nicht sein. Das macht Hoffnung.

Nun steht noch der Bau der Pergola und der Schnitt des Weins an. Wir hoffen außerdem, noch irgendwoher Senf zu bekommen. Gründünger wäre ja nicht schlecht. In England streuen sie gerade den Senf aus. Während ich jetzt also den Hamster rette, der sich gerade im Kaminklettern in meinem Schreibtischutensilio versucht um dann mit meinem Terminplaner zu kämpfen und ihn zu fressen, wünsche ich euch einen schönen Abend und bis bald!

Majura, Rhi und Marii

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2 Gedanken zu “Einigeln

  1. Ohne Impressum schreibt:

    Hui,
    da seid Ihr der Pflaume ja ordentlich zu Leibe gerückt. Ich fürchte nur, sie wird das viele neue Licht und die fehlenden Äste für eine unglaubliche Menge neue Wasserschosser nutzen…

    Vielleicht findet ihr ja noch einen Schatz im Komposter. Ist der ganze Garten so zugemüllt, oder beschränkt es sich auf den Kopost?

    • Majura schreibt:

      Davon gehen wir aus. Aber das kennen wir schon von anderen Obstbäumen, das lässt sich händeln.

      Ich fürchte, Schätze werden wir da nicht bergen. Der Müll lag auch im Rest des Gartens, den haben wir nur schon zum Großteil eingesammelt. Aber diverser Plastik- und Glasmüll findet sich immer noch in der Erde. Wir haben wirklich keine Ahnung, wie man einen Garten so verkommen lassen kann.

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