Oh du…jemine. Oder: Weihnachtswahnsinn und Liebesäpfel

Von Rentieren, die Elche sind

Eigentlich ist ja noch immer Herbst. Selbst von dem ahnt man erst in den letzten Tagen etwas. Nachts wird es deutlich kühler, der erste Bodenfrost erschrickt die Pflanzen.

In den Lebensmittelläden und auch sonst in den Geschäften ist aber schon seit Mitte September Winter, genauer: Weihnachten. Überall tummeln sich Weihnachtsmänner aus Pappe, Papier, Plastik und Schokolade, da stehen ganze Gänge  voll mit Weihnachtsgebäck, die Welt liegt in rot-weißem Karo und oft genug wundert man sich, ob die Menschen den Unterschied zwischen Rothirsch, Rentier und Elch überhaupt noch kennen.

Oft genug wehre ich mich dagegen und bin sowieso nicht begeistert von christlichen Feiertagen in einem Land, in dem Christen definitiv eine Minderheit sind. Selbst wenn man die Weihnachten-geh-ich-in-die-Kirche-Christen mitzählt. Und doch erwischt auch mich regelmäßig so eine Sehnsucht, wenn man im schwedischen Möbelhaus des Vertrauens festlich geschmückte Tafeln sieht, die von Freude und Eintracht künden…die sich bei den meisten zu Weihnachten eher nicht einfindet. Doch der verkappte Romantiker in uns (und der Einfluss dieser Epoche auf unsere Vorstellungen vom richtigen Leben sind größer als so mancher denkt) wünscht sich friedselige Idylle im Kreise der Familie in einem festlich geschmückten Haus. Und so habe ich im vollen Bewusstsein der Idiotie des Ganzen dieses Jahr nun auch begonnen, unsere Wohnung zu schmücken. Mein Stolz hat es mir immerhin noch erlaubt, die Dinge selbst zu fertigen, statt Unmengen Geld für Glitzerrehe und Fröbelsterne auszugeben. Es ist noch nicht Ende November und auch bei uns sieht es nun nach Weihnachten aus. Furchtbar. Und doch schön, irgendwie.

Rot-süße Kindheitserinnerung

Im Zuge dessen gab es heute auch den ersten Versuch, sogenannte Liebesäpfel selbst zu machen. Das sind diese mit knallrotem Guss überzogenen Äpfel, die man auf dem Rummel (oder der Kirmes oder dem Jahrmarkt oder wie auch immer es bei euch heißt) bekommt. Das geht so:

Rezept Liebesäpfel für 5 Äpfel:

  • 550g Zucker
  • 5 El kaltes Wasser
  • 2 TL rote Lebensmittelfarbe
  • 1 TL Zitronensaft

Welche Äpfel man nimmt, ist Geschmackssache. Viele tendieren zu Äpfeln mit gelber Schale oder eher säuerlich schmeckenden Sorten. Ich habe keine Ahnung wie die Sorte heißt, die ich genommen habe. Aber sie sind rot und eher mehlig.
Von den Äpfeln entfernt man Stiel und steckt sie auf einen möglichst stabilen Holzspieß. Den Zucker, das Wasser und den Saft tut man in einen Kochtopf und lässt den Zucker schmelzen. Zwischendurch gibt man noch die Lebensmittelfarbe dazu. Ich persönlich fand 2 TL relativ wenig, war dann eher rosa. Aber das kommt sicher auch auf die Farbe bzw. deren Konzentrat an. Wenn das Gemisch dann kocht und klar wird, wendet man die Äpfel darin, bis sie von allen Seiten bedeckt sind. Dann stellt man sie auf ein Tablett, das vorher mit Zucker bestreut wurde, so, dass der Apfel unten liegt und der Spieß nach oben zeigt. Warten, drüber herfallen :)

Das geht natürlich auch mit Schokolade! Einfach die Schokolade im Wasserbad erhitzen und dann die Äpfel drin wälzen.

Ein Warnhinweis aus eigener Erfahrung: Der Zucker ist wirklich heiß! Also bloß nicht nach den Äpfeln mal den Finger in den Zucker halten ;)

Jetzt gibt es was auf die Nuss

Wer kennt sie nicht, die Nüsse, deren Innenleben uns so sehr an unser eigenes erinnert: die Walnüsse. Vom letzten Besuch in der Heimat haben wir reichlich Nüsse mit auf den Weg bekommen und ein Teil davon soll zu Walnussöl werden. Ich kann leider kein richtiges Öl aus Walnüssen gewinnen, aber man kann sich da behelfen.

Für Walnussöl braucht man:

  • 75g gehackte Walnüsse
  • 250ml Sonnenblumenöl

In Ermangelung eines Nussknackers haben wir die Nüsse mit der Rohrzange geöffnet. Die kleinen Nussbrocken habe ich dann im Mörser grob zerrieben. In dem Rezept, das ich gefunden habe, stand, man solle die Nüsse anrösten (ohne Öl!). Darauf haben wir aber verzichtet. Der Nussbrei kam direkt so ins Glas, darauf das Öl. Nun muss das Gemenge drei Wochen im Dunkeln ruhen. Zum Schluss seiht man das so gewonnene Öl ab. Wir sind sehr gespannt, ob es was wird :)

Tja, nun wisst ihr um meine schändlichen Taten. Und dennoch: Nutzt diese Ausrede zum Basteln, solange sie noch gilt.

Majura, Rhi und Marii

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Ein Gedanke zu “Oh du…jemine. Oder: Weihnachtswahnsinn und Liebesäpfel

  1. heide schreibt:

    ihr lieben
    auch reines walnussöl kann man selbst herstellen.
    den walnussbrei (wie du ihn nennst)…der muß nicht perfekt frei von schalen sein…kochst du mit etwas wasser (ca. eine halbe stunde simmern lassen) , dann etwas abkühlen lassen. dann kannst du fast reines öl mit einem großen löffel oder einer (sogenannten) soßenkelle oben abschöpfen. da ist dann noch etwas wasser drin. wenn du es sofort verwendest, kannst du es drin lassen, z.b. für ein salatdressing.
    walnussöl, etwas wasser und ein paar kräuter. fertig.
    wenn du es als gewürzöl aufbewahren willst, stell es in einer weiten schüssel ein paar tage auf die heizung, das wasser verdampft. im kühlschrank oder auf dem balkon aufbewahren. das ganze ist in einem normalen haushalt natürlich nur für kleine mengen geeignet.
    den nussbrei fressen deine meisen sicher gerne.
    l.g.

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