Carpe diem

Wozu nützt dieses Leben? Die Antwort: damit du hier bist. Damit das Leben nicht zu Ende geht, deine Individualität. Damit das Spiel der Mächte weiter besteht und du deinen Vers dazu beitragen kannst.
~Walt Whitman (1819-1892)~

Manch einem mag dieses Zitat noch in den Ohren klingen. Für manchen war es endlose Qual in nie endenden Schulstunden. Andere wiederum waren tief beeindruckt und tragen so manches Wort noch heute in ihrem Herzen. Carpe diem. In diesen zwei simplen Worten findet sich der Urgedanke der Lindwurmfeste.

Angeregt durch die Auseinandersetzung mit Umweltbildung und Umweltkonzepten im Studium, begann ich, mein eigenes Naturkonzept zu hinterfragen, seine Ursprünge, seinen Kerngedanken: Wir sind alle eins. Woher auch immer wir kommen, wir haben doch alle denselben Ursprung. Und nichts, rein gar nichts stellt uns über ein anderes Lebewesen, sei es in unseren Augen auch noch so niedrig entwickelt. Wir haben alle nur diese eine Erde und nur dieses eine Leben. Nur eine Chance, Mutter Erde die Dankbarkeit und den Respekt darzubringen, der ihr gebührt. Wohin die Mentalität der Dominanz des Menschen führt, sehen wir ja nun zu genüge. Und oft möchte ich daran verzweifeln.

Doch alles Jammern und Wehklagen nützt niemandem etwas.

Wenn nicht jemand wie du sich endlich kümmert, wird nichts jemals besser. Glaube mir!
~Der Lorax~

Also fingen wir an, uns zu kümmern. In sehr, sehr kleinen Schritten. Oft gab und gibt es noch heute Tage, an denen ich mich frage, welchen Sinn das alles hat. Was kann ich schon ausrichten? Dann kommen Nachrichten von Bio-Eiern, die plötzlich gar nicht bio sind, von veganen Produkten, die doch nicht frei von Tieren sind. An diesen Tagen möchte ich einfach alles hinschmeißen und mich der bunten Werbewelt des Konsums hingeben. Denn nachzufragen ist sehr anstrengend, oft verwirrend, es gibt immer die Fürsprecher und die Dagegenhalter und eigentlich weiß man nie so richtig, wem man glauben darf.

Doch nichts zu tun, macht es auch nicht besser, im Gegenteil. So versuchen wir unser Bestes. Es ist noch lange nicht so gut wie das Beste von vielen anderen Menschen (ja, wir essen noch Fleisch und kaufen nicht alles bio). Aber ein Schritt in die richtige Richtung. Bei vielen Tipps, wie man seinen ökologischen Fußabdruck reduzieren kann, musste ich sehr lachen. Denn es ist nichts anderes, als das, was man eh tut, um Kosten zu sparen: möglichst viel mit dem Rad fahren, Elektrogeräte nicht auf Standby stellen, die Waschmaschine nur voll anstellen, Regenwasser nutzen, zum Einkaufen Stoffbeutel mitnehmen, Sandflaschen in den Spülkasten stellen(bei uns ist der leider verbaut)…Ihr seht, einen Anfang zu machen ist gar nicht so schwer. Statt euch darüber zu ärgern, was ihr alles noch nicht tut, freut euch an dem, was ihr schon tut und versucht immer ein bisschen mehr, wenn ihr euch auch wirklich dazu bereit fühlt.

Auch ein Garten kann eine wunderbare Möglichkeit sein. Ihr wisst genau, unter welchen Bedingungen eure Pflanzen groß werden und Früchte tragen und macht euch damit ein Stückchen weiter unabhängig von dem, was der Lebensmittelladen anbietet. Ein Garten soll angeblich auch helfen, Kosten zu sparen. Davon haben wir allerdings noch nichts gemerkt ;) Aber es ist auf jeden Fall ein Fleckchen Erde, auf dem ihr bestimmt, wie weit ihr der Natur Raum lasst. Schnell kommt man da in den Konflikt, dass man der Natur Anbaufläche abringen oder aufgrund von Verordnungen ganze Bäume entfernen muss. Aber ich denke, es gibt immer eine gute Kompromisslösung. Und wenn man Unkräuter als die Wildkräuter betrachtet, die sie ja eigentlich sind, sieht der Garten auch schon nur noch halb so schlimm aus ;) Nur diese Quecke…

In diesem Sinne: Carpe diem. Trage deinen Vers bei.

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2 Gedanken zu “Carpe diem

  1. heide schreibt:

    ihr lieben
    habe gerade eine tierschutzzeitung geborgt und ein so schön trauriges gedicht gelesen. versuche es fehlerfrei abzuschreiben, um es mit euch zu teilen.

    Der Panther

    Sein Blick ist vom Vorübergehen der Stäbe
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
    ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
    und hinter tausend Stäben keine Welt.

    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
    der sich im aller kleinsten Kreise dreht,
    ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
    in der betäubt ein großer Wille steht.

    Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
    sich lautlos auf. Dann geht ein Bild hinein,
    geht durch der Glieder angespannter Stille
    und hört im Herzen auf zu sein.

    (Rainer Maria Rilke, 06.12.1903, Paris)

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