How to: Eine Wurmkiste bauen

Brav würden wir unseren Bioabfall in die Biotonne werfen, wenn wir eine hätten. So landet der ganze grüne Küchenabfall im Restmüll. Dafür ist er uns aber doch zu schade. Warum also nicht auch in der Wohnung kompostieren, statt nur im Garten? Angler nutzen diese Methode schon lange, um ihre Angelwürmer zu züchten.

Der Name ist Programm, der Wurm gehört in die Kiste. Ihr könnt eine wunderschöne Kiste aus Holz bauen. Achtet darauf, dass sie aus gewachsenem Holz ist, das atmen kann. Es genügt eine schlichte Kiste mit Deckel. Wer es professioneller mag, zieht noch eine Trennwand ein und unterteilt seinen Wurmkompost damit in zwei Hälften, die nacheinander gefüllt werden.

Wer handwerklich so geschickt ist wie ich, nimmt zwei Plastikeimer mit Deckel, die ineinander passen. Doch aufgepasst! Weil Plastik nicht atmet, braucht der innere Eimer Löcher im Deckel und im Boden. So kann der Komposttee/ Regenwurmtee, der bei der Zersetzung entsteht, in den zweiten, dichten Eimer ablaufen. Das ist wichtig, denn Regenwürmer atmen über die Haut. Sie können eine Weile im Wasser überleben, aber auch nicht für ewig. Die Löcher im Eimerdeckel sorgen für Sauerstoff. Am besten legt ihr ein kleines Stück Holz zwischen die beiden Eimer, damit der Tee einen Raum hat, wo er hinlaufen kann. Ganz raffinierte Menschen könnten dann natürlich noch einen Ablasshahn an den äußeren Eimer montieren, um bequem an den Komposttee zu gelangen.
Den Eimer füllt ihr nun mit befeuchtetem Zeitungspapier, denn Regenwürmer mögen es ein bisschen feucht. Dort können eure Würmer wohnen, bis sie etwas Ordentliches zu essen bekommen. Eure Küchenabfälle. Aber immer schön langsam. Denn schüttet ihr zu viel hinein, kommen die Würmer mit der Arbeit nicht mehr hinterher und das Zeug fängt an zu faulen. Das ist uns beim ersten Versuch passiert. Nicht so schön. Also immer nach und nach.
Denkt auch daran, den Eimer mit dem Komposttee spätestens alle zwei Tage zu leeren! Das fängt nämlich sonst auch an zu riechen und die Würmer laufen Gefahr, zu ertrinken. Den Tee könnt ihr mit Wasser verdünnt als Dünger für eure Pflanzen verwenden.

Kinderleicht, oder? Ihr braucht keinen speziellen Bokashi-Eimer und ominöse EM-Kulturen, wenn ihr euren Küchenabfall kompostieren wollt. Ein Regenwurmkompost ist ganz einfach und preiswert selber herzustellen und riecht auch nicht, wenn man sich richtig um ihn kümmert. Die Würmer haben wir übrigens aus unserem Garten gemopst, da sind ja soooo viele, das wird schon noch reichen. Zur Not kann man Kompostwürmer auch bestellen.
Also auf geht’s! Macht etwas Sinnvolles mit eurem Abfall!

Praxisnachtrag: Leider klappt das Prinzip bei uns nicht so, wie es soll. Das Zeug im Eimer fängt immer wieder an zu schimmeln, obwohl wir nur ganz wenig reingeben und viele Würmer haben. Es wird auch zusätzlich zu den Löchern täglich gelüftet und der äußere Eimer kontrolliert. Hat jemand eine Idee, woran es liegen kann?

Gedanke dazu: Wir nehmen richtige Freiland-Regenwürmer. Generell ist von Mistwürmern die Rede. Vielleicht haben wir einfach die falschen Würmer? Wir werden es probieren.

Welcher Wurm soll es denn jetzt sein?

Dazu ein Ausschnitt von wurmwelten.de:

Die Wurmsorte die Sie von uns als Kompostwurm erhalten, nennt sich Eisenia foetida (Mistwurm / Tennessee Wiggler) oder Dendrobaena veneta (Riesen Rotwurm). Der Unterschied zwischen diesen Wurmsorten und dem Regenwurm (Lumbricus terrestris) besteht darin, dass sie einen Wahnsinnsappetit haben. Unter guten Bedingungen können Kompostwürmer ihr eigenes Körpergewicht pro Tag verzehren und sind sehr viel vermehrungsfreudiger als ihre Verwandten die Regenwürmer.

Am wohlsten fühlen sich die Kompostwürmer in einer feuchten, sauerstoffreichen und dunklen Umgebung mit einer Temperatur zwischen 15 – 20°C. Sie halten es auch unter heißeren Bedingungen aus, man muss dann nur für genug Feuchtigkeit sorgen, damit die Würmer nicht austrocknen. Temperaturen bis 0°C können die Würmer auch tolerieren, aber Ihr Appetit wird stark darunter leiden.

Würmer sind zahnlose Vegetarier und fressen nur totes, pflanzliches Material und am liebsten nicht zu stark riechende Substanzen. Würmer „schlürfen“ die Bakterien, die auf dem organischen Material leben. Um dies einfacher zu machen, sollte man ihnen ihr Essen so klein wie möglich geben. Das vergrößert die Fläche auf denen sich die Bakterien vermehren. Kompostwürmer fressen natürlich auch große Stücke, es dauert nur länger.

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3 Gedanken zu “How to: Eine Wurmkiste bauen

  1. Arwén Akpolat schreibt:

    Tolle Idee. Das wäre wirklich DIE Lösung für mich (Mietwohnung und bald ein Garteneck zum Gemüseanbau). Da ich bisher eher Theoretikerin bin, kann ich leider nicht aus der Praxis sprechen. Doch hier, was mir zum Schimmelproblem einfällt: 1) Sind wirklich richtig viele Löcher im Inneneimer? 2) Evtl. auch an den Seiten? 3) Ist der äußere Eimer ohne Deckel? (Damit Luft zirkulieren kann.) 4) Steht der Eimer in a) Sonne oder b) Schatten (bei a) evtl. zu heiß = Schwitzen im Eimer, bei b) zu feucht? trotz Ablaufens?) 5) Duch den kleinen Durchmesser plus doch recht abschließendes Plastik drumherum evtl. zu wenig Luft? Würd mich freuen, hier von einer Lösung zu lesen.

  2. Majura schreibt:

    Ein Freund schrieb uns gerade, dass es vielleicht gar nicht so klug ist, Regenwürmer aus dem Garten zu nehmen. Es gibt auch extra Mistwürmer, die nimmt man dafür gewöhnlich. Wir werden es mal mit neuen Würmern probieren.
    Der Eimer steht extra im Schatten und wir lüften ihn täglich, meistens sogar mehrmals. Dass es generell zu feucht ist, kann schon sein. Nur wie kriege ich meine Küchenabfälle weniger feucht?

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