Gartentagebuch: Die letzten Herausforderungen

Oh, meine treuen Freunde, es ist geschafft. Alle größeren Projekte im Garten neigen sich dem Ende. Wir waren sehr fleißig, die Großbaustellen sind verschwunden. Diesen Sommer wird uns wohl nichts mehr weiter beschäftigen, als Unkraut zu jäten und dem Gras beim Wachsen zuzusehen. Ein ganz ungewohnter Gedanke.

Wir haben der Wiese das letzte Stück Beet abgerungen und von Quecke befreit. Nachdem ich mich nun lange um den letzten Meter gedrückt habe, haben wir das Problem zusammen angepackt und beseitigt. Bevor es ans Graben ging, habe ich aber noch fix den letzten Senf geerntet. Rhi hat dann direkt die neue Grabegabel ausprobiert. Definitiv eine sehr praktische Sache. Dann wurde die Erde so mit der Harke verteilt, dass sie keine Hügellandschaft mehr ergab. Zu guter Letzt wurden Trampelpfade angelegt und voilá, da stand plötzlich ein richtiges Beet vor uns!
Aber ihr könnt mir glauben, mit der Quecke bin ich jetzt so was von durch. Explizit auf diesem Beet haben wir ja nur die Grassoden umgedreht und über den Winter so liegen lassen, in der Hoffnung, im Frühjahr weniger Mühen zu haben. Denkst de! Ein bisschen was war zwar angerottet, aber das Gros war noch genau so störrisch wie im Herbst.

Vor allem mit den Komposten hatte Rhi in den letzten Tagen viel Arbeit.
Aus den Koniferenstämmen hat er  einen Kompost gebaut, in dem der restliche Koniferenschnitt endlich einen festen Platz gefunden hat und dort in Ruhe verrotten kann. Somit ist auch die Wiese, oder das, was von ihr übrig ist, wieder zu großen Teilen frei geworden.
Die Holzkomposte wurden umgesetzt und neu verteilt. So hat der Queckenkompost Platz im großen Metallkompost gefunden. Dort liegt nun alles, außer den Koniferen, was nun Zeit hat, sich zu zersetzen. Dieser Kompost wird erst Mal nicht mehr angerührt.
Das Holzgerüst des nun leer gewordenen Queckenkompost ist nach vorne zu den anderen beiden Komposten gezogen. So viel Platz auf der Wiese!
Ein ganz schönes Hin und Her! Aber Kompost will auch bewegt werden.

Ab und zu wird er sogar bepflanzt. Wir haben uns entschlossen, unsere schon großen Zucchinis und auch einen Butternut-Kürbis nach draußen zu pflanzen. Wir rechnen nicht mehr mit Frösten. Die Zucchinis sind in den ehemaligen Sandkasten gezogen. Dort haben sie gute Komposterde als Nahrungsgrundlage und die rottenden Zweige unter ihnen sorgen für Wärme. Zusätzlich haben wir die Pflanzen noch mit einem Vlies bedeckt, da die Abende ja doch noch recht kühl werden können. Außerdem sind sie so ein bisschen vor den Schnecken geschützt.
Der Butternut hat einen Platz auf dem Kompost bekommen. Wir haben noch zwei Eimer Komposterde aufgeschüttet. Nun sitzt er fest und sicher. Die Nähe zum hohen Zaun schützt ihn noch etwas vor Wind. Leider nicht vor Schnecken. Die haben dem kleinen Kürbis schon ganz schön zugesetzt. Aus Papprollen habe ich jetzt einen Ring geschnitten und um die Pflanze gelegt. Angeblich soll das die Schnecken abhalten.

Den Rest unserer Komposterde haben wir auf dem Starkzehrerbeet verteilt und eingeharkt. Dort werden in einigen Tagen die ersten Kohle einziehen (Ich hab jetzt endlich mal im Duden nachgeschlagen. Die Mehrzahl von Kohl ist in der Tat „die Kohle“).

Da waren einige andere schon schneller. Wir haben eeeeeeeendlich wieder fließendes Wasser im Garten. Start frei für die Samen! Sehnlichst haben wir darauf gewartet. Radieschen, Salate, Rucola, Möhren, Spinat und viele Blumen haben den Weg in die Beete gefunden. In das Kräuterbeet haben wir Schnittlauch, Petersilie und Thymian gesät. Zwischen die Erdbeeren haben wir noch einmal Zwiebeln gesteckt. Kann ja nicht schaden ;)
Nachdem Rhi nun mehrmals darauf hingewiesen hat, dass die Engländer alle schon Erbsen und Bohnen gesät haben, bin ich ihm nun nachgekommen. Buschbohnen und Markerbsen sind in der Erde, die Stangenbohnen folgen bald. Inzwischen sehe ich das auch alles nicht mehr ganz so eng. Sollte es wirklich noch mal so schlimmen Frost geben, dass es die Pflanzen nicht schaffen, dann werden sie eben nachgesät und -gezogen. Dann sind wir auch nicht später dran als alle anderen. Gibt es aber keinen Frost, dürfen wir uns wohl auf eine frühe Ernte freuen.

Denn das, was sein Grün schon zeigt, macht sich wunderbar in der Lindwurmfeste! Die Dicken Bohnen machen sich prächtig und werden jeden Tag größer. Die Kartoffeln, die wir in Eimern gepflanzt haben, bilden dichtes Blattwerk. Der Knoblauch und die Zwiebeln stehen stark und leuchtend grün im Beet. Sogar die Erdbeeren haben schon ersten Blüten. Es ist so herrlich!

Und kaum zu glauben…wir sehen unseren Garten und können kaum fassen, wie er sich verwandelt hat. Man sieht ihm nicht an, dass er letzten Sommer noch ein völlig verwilderter Dschungel voll mit Müll war. An dieser Stelle möchte ich noch einmal allen danken, die uns in der einen oder anderen Form dabei unterstützt und geholfen haben, dieses Stückchen Erde in unsere Lindwurmfeste zu verwandeln.

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2 Gedanken zu “Gartentagebuch: Die letzten Herausforderungen

  1. birthesgartenzeiten schreibt:

    Hallo, ich bin kürzlich über diesen interessanten blog gestolpert und folge seitdem…
    Das sieht wirklich nach viel Arbeit aus – und hat sich offensichtlich wirklich gelohnt!
    Bohnen schon draußen – ich traue mich noch nicht so recht, wir wohnen in einer etwas rauen Gegend… Werde ohnehin nur wenige Buschbohnen setzen. Zucchini sitzt allerdings auch schon im Frühbeet…
    Viel Spaß weiterhin im Beet und nicht ovn den Quecken unterkriegen lassen ;-).
    Herzliche Grüße

    • Majura schreibt:

      Hallo,

      so ganz traue ich dem Frieden auch noch nicht ;). Aber zur Not wird nachgesät. Allerdings bleiben Tomaten, Chili und Paprika noch bis zu den Eisheiligen drinnen am Fenster. Da möchte ich dann doch kein Risiko eingehen.
      Die olle Quecke soll sich nur mal trauen… ;)
      Auch dir viel Spaß und Erfolg!
      Liebe Grüße,
      Majura

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