Endlich sind die Eisheiligen vorbei – Der große Umzug ins Freiland

Seit einem Monat nun warten wir schon auf diesen Tag. Den Tag, an dem die Eisheiligen vorbei sind. Denn das heißt, dass unsere vorgezogenen Jungpflanzen endlich vom Fensterbrett ins Freiland umziehen dürfen. Für einige ist es nämlich schon höchste Zeit. Die Töpfe werden den Wurzeln zu eng und unsere Loggia sieht aus wie ein Dschungel. Die Tomatenpflanzen schlagen sich mit den Zucchini um das Sonnenlicht, während sich die Butternut-Kürbisse klammheimlich zwischen ihnen entlang zur Sonne schlängeln. Ja, es wird endlich Zeit für den großen Umzug.

An die Kisten, fertig, los! Alle Pflanzen werden in die Kisten verfrachtet und ab damit ins Auto. Gefühlte 200 Pflanzen lassen sich einfach nicht auf dem Rad balancieren. Außer man hat so ein tolles Lasten- oder Kistenfahrrad. Die liebe ich ja total. Und irgendwann, ja, irgendwann, habe ich vielleicht auch eins. Dann fährt der Lindwurm einfach vorne mit und trottet nicht beleidigt hinter dem Rad her. Aber gut. Wir kommen an, die meisten Pflanzen haben den Transport überstanden.

Ein kurzer Anflug von Kapitulation. Wo sollen die denn alle hin? Haben wir den Platz überhaupt? Und im Übrigen neigt sich die Sonne schon gefährlich nah der Erde entgegen. Doch alles Jammern bringt nichts. Handschuhe an, Kiste unter den Arm geklemmt, tief durchatmen und ab ins Beet.

Zuerst die leichten Sachen: Zucchini und Butternut. Die Zucchini versammeln sich im ehemaligen Sandkasten, die Kürbisse bevölkern die Komposte.

Dann direkt die Königsklasse. Das Folienbeet. Diese seltsame, dünne Folie, die das Unkraut unterdrücken sollte. Leider weiß das die Quecke nicht und bohrt sich schlicht durch die Folie durch, ganz abgesehen von den Randstreifen. Die Nacktschnecken finden es unter der Folie auch kuschlig. Hat dann wohl nicht so viel gebracht. In die Folie werden mit dem Cutter kreuzförmige Schlitze geschnitten. Dort werden die Pflanzen hineingesetzt, die Folienecken werden wieder zugeklappt und mit einem klein beschwert. Denn ich bin definitiv zu grobmotorisch, um da so einen klitzekleinen Schlitz zu machen und darunter Löcher zu graben, ohne dass die Folie in alle Himmelsrichtungen aufreißt. Hier haben unsere Sonnenkinder ihren Platz. Stab- und Buschtomaten, ein Großteil der Chilis und die Auberginen.

Das noch halb leere Kohlbeet wird gefüllt. Mit Blumenkohl und Rosenkohl. Auch eine Zucchini findet hier noch Platz. Aber dann ist es voll. Erst zum Schluss fällt mir auf, dass ich da noch ca. 20 Weiß- und Rotkohljungpflanzen auf der Terrasse stehen habe. Der Blumenkohl darf samt Papprolle umziehen, in der er groß geworden ist, denn die verrottet in der Erde und bietet hoffentlich noch etwas Schutz vor den Fressmonstern.

Der Kohlrabi ist an der Reihe. Die Sorte Delikateß blau erkennt man gut an ihren blauen Stielen. Die Sorte Superschmelz verspricht riesige Kohlrabis. Kohlrabis sind ein bisschen zickig. Wenn man sie umpflanzt, wollen sie gerne genau so hoch wieder eingesetzt werden, wie sie vorher gestanden haben. Denn der Kohlrabi bildet sich oberiridisch. Man sollt den „Kohlrabiknoten“ also nicht verbuddeln. Wir haben während der Anzucht total verpasst, die Kohlrabis irgendwann in größere Töpfe zu setzen. Darum sind unsere wirklich noch sehr mickrig, während die vom Nachbarn schon halb fertig sind. Mal sehen, ob sich unsere halten.

Die Paprika ziehen in große Töpfe um und bleiben auf der Terrasse. Zwei Chilis wachsen direkt im Beet neben der Terrasse, in praktischer Reichweite beim Grillen.

Unsere Mexikanischen Zwerggurken oder Cucamelons wachsen zum Teil am Haus, zum Teil wie auch zwei kleine Tomatillos in Eimern. Die große Tomatillo darf aber ins richtige Beet.

Die Kapuzinerkressen dürfen aus dem Kräuterbeet an den Zaun umziehen. Dort können sie sich hoch schlängeln. Hoffentlich meint kein Hund, sie markieren zu müssen. Ich werde wohl noch ein Schild bauen.

Die winzingen Kräuter dürfen auch ins Beet: Thymian, Rosmarin und Schnittlauch. Denn unser großer Schnittlauch war gar keiner. Niemandem ist es aufgefallen. Nur der fahle Geschmack irritierte uns. Wir schnitten ihn runter. Doch auch der neue Austrieb war nicht besser im Geschmack. Und die Triebspitzen…sah das nicht aus wie…? Gras. Es war schlicht und ergreifend Gras und das schmeckt nun mal nicht wie Schnittlauch. Wie könnte es auch. Es hat sich gut getarnt, alle Achtung. Trotz aller Videos, Fotos und Besuchern konnte er sich fast ein Jahr lang als Schnittlauch ausgeben.

Uff, alle versorgt. Wirklich alle? Natürlich nicht. Da stehen immer noch zwei Zucchini und drei Butternuts. Wohin nur mit diesen raumgreifenden Pflanzen? Am Ende findet sich doch noch für jeden ein Plätzchen.

Wir lassen den Blick über die Lindwurmfeste schweifen und gratulieren uns. So viel Grün, so vieles, das wächst und sich entwickelt. Solch ein wunderbarer Garten. Wir sind dankbar für jede kleine und erst recht für jede große Pflanze. Das ist die Lindwurmfeste.

Eure
Majura

Teil 1 des Umzugs findet ihr nun auf Video gebannt wie immer bei youtube.

Verpasst nie wieder einen Artikel der Lindwurmfeste!

Umzug ins Freiland nach den Eisheiligen

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2 Gedanken zu “Endlich sind die Eisheiligen vorbei – Der große Umzug ins Freiland

  1. birthesgartenzeiten schreibt:

    Das war wirklich ein großer Umzug… Sicherlich nicht einfach, für jedes Pflänzchen einen geeigneten Standort zu finden, aber letztendlich freut man sich, wenn man alle gut gesetzt weiß und nun mehr oder weniger gelassen dem Wachsen zusehen kann ;-).
    Bin schon gespannt auf weitere Berichte – auch über die Erfolge des Unkrautvlieses ;-). Liebe Grüße

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