[Gartentagebuch]: Süße Verführung, erbitterte Feinde und Rettung in höchster Not

Lange haben uns diverse Krankheiten im Griff gehabt, doch nun sind wir wieder da. Trotz allem haben wir versucht, im Garten so fleißig wie möglich zu sein. Den Göttern sei Dank ist der große Regen jetzt auch vorbei und wir haben keine neue Sintflut erlebt. Dafür sind die Regenfässer voll, die Schnecken gut unterwegs und auch die Begleitkräuter sprießen fröhlich. Da ist man mal ein paar Tage nicht da…

Ach von wegen ein paar Tage nicht da! Am Montag hab ich den Tomaten noch fix ein paar Hauben gebastelt, da hat es schon leicht geregnet. Just, als wir nach Hause gefahren sind, brachen dann alle Wetter über uns ein. Doch ich darf stolz verkünden: Ich habe sie gerettet. Den Tomaten geht es gut.

Tomatenhauben

Unseren Puffbohnen leider nicht so. Sie sind jetzt knapp einen Meter hoch und wunderschön. Doch wir haben den Blattlausbefall viel zu spät bemerkt. Manche Stängel sind richtig schwarz, während andere Pflanzen kaum befallen sind. Die Brennnesseljauche kam vermutlich arg zu spät. Wir haben es jetzt mit Seifenwasser probiert, das zeigt aber auch noch nicht den erhofften Erfolg. Dabei sind an den Pflanzen schon richtig große Bohnen! Erst wollten wir sie aus dem Beet nehmen, aber dann haben wir die Bohnen entdeckt. Sie bleiben stehen. Wir versuchen es noch mit einer Wermut-Tabak-Mischung. Leider sind inzwischen auch unsere Stangenbohnen leicht befallen, der Hibiskus auch. An den Blättern der Puffbohnen finden sich außerdem gelb-orange, leicht spitze Eier. Kennt die jemand?

Apropos Tabak. Wir haben neue Zöglinge bekommen. Im Tausch gegen einige unserer Myriaden Chilis haben wir Tabakpflanzen bekommen. Sie sehen wirklich gut aus und ich hoffe, sie machen sich bei uns. Wir sind jedenfalls sehr gespannt. Und ja, man kann sie rauchen und es ist kein Vergleich zu der herkömmlichen Industrieware. Aber pfui, rauchen ist ungesund und so.

Hach es ist so viel passiert. Der Kohl ist riesig geworden und bildet so langsam auch die entsprechenden Köpfe. Irre, wie riesig eine Pflanze aus einem so kleinen Samen werden kann. Der Wein legt ordentlich zu, das Blätterwerk wird immer dichter. Wir werden wohl bald neue Stricke spannen müssen. Und Trauben hat er angesetzt! Vielleicht faulen sie uns dieses Jahr nicht weg. Schön wäre es jedenfalls. Bei den Johannisbeeren muss ich mir da überhaupt keine Sorgen machen. Sie sind voller Früchte, die schon Farbe bekommen.

Farbe bekommen auch unsere Erdbeeren. Die ersten sind schon einer Geschmacksprüfung unterzogen worden. Es ist unglaublich. Sie sind so süß! Sicher, sie sehen nicht so perfekt aus wie im Supermarkt. Aber sie schmecken um so vieles besser! Frisch vom Strauch schmecken sie schon wie gezuckert. Für mich Süßmaul ja genau das Richtige ;) Ich liebe sie. Man muss nur wegen der Ausläufer aufpassen. Denn die Pflanzen stecken dort die Kraft hinein, statt in die Fruchtbildung. Also abknipsen. Von nicht gut tragenden Pflanzen sowieso. Von guten Pflanzen kann man ein oder zwei Ausläufer wachsen lassen und sich so neue Erdbeeren ziehen. An den Tentakeln wachsen dann kleine Blätter und irgendwann auch kleine Wurzeln.

Jemand anderes scheint Radieschen zu lieben. Fast alle waren angefressen, auch von unten. Schleimspuren haben sich nicht gefunden und Mäuse haben wir, glaube ich, auch nicht. Können Würmer Radieschen fressen?

Unsere Kartoffeln bekommen die ersten Blüten. Wir knipsen sie ab, damit die Pflanze die Kraft in die Knollen und nicht in die Blüten steckt. Zwei Wochen noch und die ersten Kartoffeln aus dem Garten landen auf dem Grill :)

Der Spinat ist, obwohl schossfeste Sorte, doch geschossen. Vermutlich habe ich ihn nicht regelmäßig genug gepflückt. Wir haben ihn direkt als Gründüngung untergegraben.

Der Spinat endet als Gründüngung

Einige Kohl- und Kohlrabimickerlinge wurden schon von den Schnecken erledigt. Doch die anderen machen sich super. Auch, wenn der Nachbar schon den ersten Kohlrabi erntet und unserer immer noch vor sich hin träumt, er wächst und wird stark.

Die Quecke auch. Gerade die Beetränder mit all den Steinen und Fugen sind schwer frei zu halten. Obwohl es auch ein gutes hat. Quecke ist ein Anzeiger für stickstoffhaltigen Boden und der ist bekanntermaßen gar nicht so schlecht. Irgendwoher haben wir auch Diesteln. Die sind wirklich etwas nervig im Beet und man bekommt sie nie ganz ausgegraben. Ich muss nächstes Jahr die Beete einfach besser planen, damit nicht so viel Freifläche zwischen den noch kleinen Pflanzen entsteht.  Wir haben ja Salat in verschiedenen Variationen gesät, aber der wurde wohl gefressen. Wir ziehen jetzt auf der Loggia welchen, der wächst magischerweise. Wenn er groß genug ist, darf er auch raus.

Auch unsere Butternut wollen nicht richtig. Während sich die Zucchini wieder einmal bombastisch machen, krepeln die Kürbisse so vor sich hin und werden gefressen. Vielleicht ist es nicht das richtige Klima. Oder ich muss eben doch richtige Samen kaufen und nicht die aus dem Kürbis für die Suppe klauen.

Ihr seht: Es wächst und wächst. Und was gibt es Schöneres, als abends auf der Gartenterrasse zu sitzen und einen Salat zu genießen, der keine 3 Meter entfernt gewachsen ist? Richtig. Erdbeeren!

Liebe Grüße,

Majura

Verpasst nie wieder einen Artikel der Lindwurmfeste!

Rettung in höchster Not

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