Blattläuse bekämpfen

Wie ihr wisst, gerät unser Garten langsam, aber sicher unter die Vorherrschaft der Blattläuse. Wir haben sie in verschiedenen Variationen. Wirklich zu schaffen machen uns aber die Schwarzen Bohnenläuse. Den Befall der Puffbohnen haben wir viel zu spät registriert.

Unser erster Versuch war eine Jauche aus Brennnesseln. Dafür wird ca. 1kg Brennnessel in 10 Liter Wasser gegeben. Das lässt man nun einige Tage stehen und rührt immer mal um. Zum Schluss wird die Brühe abgeseiht. Mit der verdünnten Jauche besprüht man dann die Pflanzen.

Da der Blattlausbefall wahrscheinlich schon zu stark war, haben wir es mit Seifenwasser versucht. Dazu haben wir einfach etwas Kernseife in Wasser aufgelöst und wiederum die Pflanzen damit besprüht. Doch auch das brachte noch nicht den gewünschten Effekt.

Schritt 3 war Fitwasser. Kleiner Tipp: Erst das Wasser in die Sprühflasche füllen, dann das Fit ;)

Schließlich sprach uns ein Freund auf Kieselgur an.

Kieselgur (femininum, veraltet auch Kieselguhr) (auch Bergmehl, Diatomeenerde, Diatomeenpelit, Diatomit, Infusorienerde, Kieselmehl,Novaculit, Tripel, Tripolit, Celit) ist eine weißliche, pulverförmige Substanz, die hauptsächlich aus den SiliciumdioxidschalenfossilerKieselalgen (Diatomeen) besteht.

Die Schalen bestehen zum größten Teil aus amorphem (nicht-kristallinem) Siliciumdioxid (SiO2) und weisen eine sehr poröse Struktur auf. Ein Milliliter reine Kieselgur enthält etwa eine Milliarde Diatomeenschalen und deren Bruchstücke. „Gu(h)r“ ist ein niederdeutscherVolksausdruck mit der Bedeutung „feuchte, aus dem Gestein ausgärende Masse“. Aus geologischer Sicht ist Kieselgur ein aus fossilem Diatomeenschlamm entstandenes Sedimentgestein, sehr fein geschichtet wird es als „Tripel“ bezeichnet. Aufgrund seiner Materialeigenschaften, leicht und hochporös, ist Kieselgur ein geschätzter Rohstoff und wird industriell genutzt.

Wikipedia

Zu verlieren hatten wir ja nichts. Also kam besagter Freund mit einem Glas Kieselgur vorbei. Es war wirklich ganz feines Pulver. Zunächst hat er es auf die Blattläuse gepustet, aber das hat nicht so gut funktioniert. Wir haben einen Pinsel gefunden. Mit dem wurde die Kieselgur dann direkt auf die Läuse aufgetragen. Kieselgur hat ein hohes Aufsaugvermögen. Damit sollen sie den Läusen Flüssigkeit entziehen und sie quasi austrocknen. Auch in der Hühnerhaltung benutzt man Kieselgur, um Milben zu bekämpfen. Die feinen Schalenbruchstücke sollen die Parasiten von innen mechanisch verletzen und so wiederum zur Austrocknung führen. Wie auch immer es genau funktioniert, ziemlich platte Läuse sind die Folge ;)

Und wirklich hat es ganz wunderbar gewirkt! Bei unserem nächsten Besuch in der Lindwurmfeste konnte ich keine einzige, noch krabbelnde Blattlaus mehr an den Bohnen entdecken! Auch die Ameisen liefen irgendwie planlos herum, so, als suchten sie ihre Blattlausherden. Einige tote Tiere klebten noch an den Stängeln, aber da hat nichts mehr gezuckt.

Erfolgreicher Einsatz von Kieselgur

Erfolgreicher Einsatz von Kieselgur

Fazit: Kieselgur ist sehr zu empfehlen :)

Abschließend noch ein paar Worte. Wie wir alle wissen, fressen Marienkäfer Blattläuse. Wir hatten auch eine Hand voll von ihnen, aber wir haben auch zehn Ameisenvölker. Und die verteidigen ihre Blattläuse vehement. Beim Kieselgureinsatz sind uns kleine „Drachen“ aufgefallen. Schwarze Irgendwas mit orangen Flecken. Kennt die jemand? Sind das Marienkäferlarven? Sie liefen nur rum und haben scheinbar nichts gefressen.

Mini-Drache

Viele berichten, dass Bergbohnenkraut, neben die Bohnen gepflanzt, eine gute Wirkung erzielt. Das werden wir nächstes Jahr ausprobieren.

Einige empfehlen, die Läuse mit verdünnter Milch zu besprühen. Aber ich habe was dagegen, Perlen vor die Säue zu werfen und Lebensmittel zu verschwenden.

Bei Zimmerpflanzen zumindest hat sich auch der Einsatz von Tabaksud, genauer Nikotin, bewährt. Eine Packung Tabak in Wasser mischen und köcheln. Der geneigte Raucher ist vielleicht versucht, seinen Aschenbecher im Wasser zu entleeren. Hilft auch. Aber ganz ehrlich: Es stinkt. Es stinkt so dermaßen, dass viele die Keramikschüssel aufsuchen.

So viel zu diesem Thema ;)

Eure Majura

Hier findet ihr unseren Videobeitrag zum Blog!

Verpasst nie wieder einen Artikel der Lindwurmfeste!

Blattläuse bekämpfen

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2 Gedanken zu “Blattläuse bekämpfen

  1. benjaminpollmann schreibt:

    danke für den Tipp, meinen Ackerbohnen sind bisher verschont. Aber die sind hier oben im rauhen Norden ja quasi mein Leguminosenrückgrat. Wenn sie befallen werden, weiss ich also einen guten Rat :)

  2. nein danke schreibt:

    die larve im bild sieht tatsächlich aus wie eine marienkäferlarve. die fressen auch wenn mans nich direkt beobachten kann schon jede menge läuse!

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