Im Erntefieber

Es war wieder lange Zeit still um die Lindwurmfeste. Meistens liegt das nicht daran, dass wir faul in der Ecke lungern. Sondern es gab auch dieses Mal wieder richtig viel zu tun.

Seit der ersten, großen Ernte sind wir sozusagen im Erntefieber. Aber mit der Ernte ist oft nicht getan. Da wird geputzt, geschält, gepuhlt, getrocknet, gehäckselt, geflochten, blanchiert und eingefroren.

Inzwischen haben wir alle Spitzkohle geerntet. In allen, außer einem, saß ganz weit drinnen wirklich jedes Mal eine Schnecke! Dass sie gerne unter dem Kohl sitzen, hab ich ja gemerkt. Aber dass sie direkt in ihm wohnen…da muss nächstes Jahr also nicht nur ein Kohlkragen, sondern auch ein irgendwie gearteter Schneckenschutz her. In einer eigens konstruierten Kohl-Wasch-Zerkleiner-Blanchier-Abtropf-Anlage haben wir einen Teil des Spitzkohls verarbeitet und eingefroren. Ein Großteil ist aber direkt zu Kohlpfanne geworden.

Die Erbsen und Puffbohnen haben wir komplett abgepflückt. Weil die Puffbohnen so stark befallen waren und die Erbsen keine neuen Blüten gebildet haben, wurden die Pflanzen abgeschnitten und zum Teil zerkleinert in den Boden eingegraben. Die Wurzeln sind gute Stickstoffbinder und dürfen deswegen im Beet bleiben. Sie tun dem Boden damit noch etwas Gutes.

Die Zucchini legen jetzt richtig los. Jedes Mal können wir einige Exemplare in die heimische Küche tragen. Allerdings faulen dieses Jahr die Blüten, die noch an den Zucchini sitzen, erstaunlich oft. Das ist uns letztes Jahr nicht passiert. Wir gießen auch nie von oben. Weiß jemand, woran es liegen kann?

Die Erdbeeren stellen ein eher klägliches Bild dar. Inzwischen sind es meistens nur fünf Früchte und weniger, die ich im Schnitt alle drei Tage ernten kann. Dabei haben die meisten ordentlich Grün gebildet, treiben auch viele Ableger, die immer wieder abgeknipst werden und hatten auch viele Blüten. Wir hätten die Zwiebeln vermutlich nicht dazwischen setzten sollen. Sehr viele Erdbeerblüten sind auch nicht vollständig bestäubt, deswegen sind es recht deformierte, rote Mini-Dinger.

Die Himbeeren hätten wir wirklich nicht zurückschneiden sollen. Denn wie es sich nun gezeigt hat, sind es doch Sommerhimbeeren. Unsere tragen zwar, aber nur ganz, ganz wenig. Dafür durften wir beim Gartenfreund Imker, von dem wir auch die Ruten bekommen haben, in seinen Himbeerbüschen wildern gehen. Auch Kirschen sind dabei für uns abgefallen. Die Himbeeren sind Marmelade geworden, aus den Kirschen haben wir Sirup gekocht.

Die Zwiebeln! Meine Güte, wir haben inzwischen sechs Zöpfe, glaube ich, und die sind alle sehr schwer. Es folgen noch weitere. Sehr zufrieden sind wir mit der Sorte Snowball. Während die Stuttgarter Riesen oft irgendwelche Blessuren haben und sich dort zum Teil das Laub kringelt, haben wir mit den Weißen Riesen, wie ich sie gerne taufe, keine Probleme. Die Zwiebeln sind enorm!

Auch Kartoffeln gab es nun schon mehrfach. Die ersten Exemplare waren sehr mickrig. Aber vermutlich haben wir sie nicht tief genug eingegraben und überhaupt…Die Pflanzen, die weiter mittig im Beet stehen, liefern jedenfalls ordentlich große Kartoffeln. Zwei passen sogar kaum in meine Hände. Außerdem ist es ein riesiger Spaß, in der Erde nach Kartoffeln zu buddeln.

handgroße Frühkartoffel

Heute wandern die ersten Buschbohnen in den Topf. Irgendwie habe ich mir auch Buschbohnen wesentlich größer vorgestellt. Unsere sind vielleicht 30cm hoch, wenn überhaupt. Viel kleiner als die Erbsen waren. Dennoch tragen sie viele, viele lange, gelbe Bohnen. Die Stangenbohnen lassen sich auch nicht lumpen, aber sie brauchen noch ein bisschen.

Buschbohnen

Ihr seht, wir haben viel zu tun!

Liebe Grüße,
Eure Majura

Verpasst nie wieder einen Artikel der Lindwurmfeste!

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Ein Gedanke zu “Im Erntefieber

  1. heide schreibt:

    schön, daß ihr nun endlich mal was erntet. auch wenn das verarbeiten und haltbarmachen einiges an arbeit erfordert. das macht einen doch stolz .hier wächst auch so allerhand, auch wenn ich mit den vielen naktschnecken im klinsch liege. erst haben sie die jungpflanzen abgegrast, dann die (zuchini)-blüten und nun knabbern sie sogar an den jungen früchten. da ich alles sehr dicht bebaut habe, damit keine nakte erde zu sehen ist, sind sie bei dem vielen regen in ihrem ganz privaten feuchtgebiet, trotz absammeln haben sie den garten fest im griff. da muß mal endlich ein nützling erfunden werden, der die frisst. na aber sie lassen auch mal was für mich über. bohnen essen wir jeden tag und zuchinis bleiben auch welche über. mein erster versuch…zuchini im einweckglas…sieht ganz gut aus.erbsen und dicke bohnen sind gegessen und eingekocht. marmelade stapelt sich und salat und kohlrabi waren auch allerhand, kommt auch noch was nach. die ersten kleinen tomaten konnten wir naschen und grüne sind in verschiedenen größen reichlich.ein paar kartoffeln sind auch schon am abtrocknen, ich hatte in abständen noch welche nachgelegt und zwiebeln in verschiedenen altersstufen auch. jetzt blühen gurken und kürbisse. wenn davon nur die hälfte was wird, kann ich damit die ganze familie beglücken. mitnehmen erwünscht.!! auch samen sammeln ist jetzt angesagt.so hübsche schildchen hab ich natürlich nicht gebastelt.
    erntezeit -endlich. ich gratuliere jedenfalls zu euren erfolgen. nur weiter.
    ganz, ganz liebe grüße aus dem harz.

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