Frühkartoffeln ernten, Pflanzen umsetzen und Schneckenjagd

Nach dem vielen Regen in den letzten Tagen haben wir uns große Sorgen um die Frühkartoffeln gemacht, die noch in der Erde lagen. Gestern gab es dann endlich eine Regenpause und wir haben beschlossen, sämtliche Frühkartoffeln aus der Erde zu holen.

Wir hatten Glück, die Kartoffeln haben noch nicht angefangen zu faulen. Nur die Saatkartoffel ist ja immer recht matschig. Mir macht das Wühlen in der Erde großen Spaß. Mal so richtig im Dreck spielen ;) Mit der Ausbeute waren wir recht zufrieden. Von sehr großen bis sehr kleinen Kartoffeln war wieder alles dabei. Nächstes Jahr werden wir die Kartoffeln aber etwas tiefer setzen und mehr Platz zwischen den Reihen lassen, damit wir sie besser anhäufeln können.

restliche Ernte der Frühkartoffeln Das leere Kartoffelbeet

Die Kartoffeln haben die Erde schön gelockert. Man merkt nichts mehr von der ehemaligen Quecken-Wiese. Da nun wieder Beetfläche frei war, durften diverse Eimerbewohner umziehen. Den Tabak haben wir zu Hälfte ins Beet gesetzt und zur Hälfte in Eimern gezogen. Die Eimerexemplare hinkten nun aber nach einem ersten Vorsprung ganz schön hinterher. Darum durften sie auch ins Beet. Zudem hat unsere Gurke im Eimer wirklich unbeschadet überlebt und durfte auch aufs Beet. Es sind Chinesische Schlangengurken, die sich wohl explizit für den Freilandanbau eignen. Da stand nur nichts von Rankhilfen, denn die Gurken bilden kleine Kletter-Tentakeln, wie ich sie sonst vom Wein kenne. Rhi hat der Gurke also vorsichtshalber ein Rankgerüst aus Holz und Kaninchendraht gebaut.

Tabak und Gurke mit Rankhilfe

Zur Zeit ist natürlich wieder Hochsaison für Schnecken. Alles ist schön feucht und unter den großen Blättern von Kohl und Co fühlen sie sich gut aufgehoben. Bis jetzt haben wir ja ganz friedlich koexistiert, denke ich. Aber jetzt sind es so, so viele.  Inzwischen fressen sie sogar die Zucchini samt Früchten an und am liebsten verstecken sie sich in den Blüten! Ist das zu fassen? Erst nisteten sie sich tief in meinen Kohlköpfen ein und haben da Eier gelegt und nun in den Zucchiniblüten, die ich in die Pfanne hauen wollte. Pah! Sogar eine Chilipflanze haben sie komplett abgeraspelt! Sie sitzen in den armen Buschbohnen, sogar in den Erdbeeren! Nun reicht es. Auf dem Kompost dürfen sie gerne wohnen und da werden sie auch ordentlich mit welkem Grün und Früchten versorgt. Und vielleicht dürfen sie mal ein bisschen naschen. Aber inzwischen sitzen sie in jedem Beet. Besonders wohl fühlen sie sich übrigens unter der schwarzen Mulchfolie bei den Tomaten. Tomaten finden sie auch lecker, ebenso wie die Auberginen. So kleine, noch fast weiße Baby-Nacktschnecken können ja fast süß sein. Aber nicht, wenn zwanzig auf einer einzigen kleinen Zucchini raspeln. In zwei großen Anläufen habe ich gefühlt mehrere hundert Tiere abgesammelt. Ich tue mich ja noch immer sehr schwer, sie zu exekutieren. Salz ist furchtbar, durchschneiden traue ich mich nicht. Woanders aussetzen schadet dem dortigen Gleichgewicht (und den dortigen Gärtnern). Und es sind ja nicht alle Nacktschnecken diese eingewanderten Roten Wegschnecken, die unsere heimische Art verdrängen. Schneckenkorn ist mir auch nichts. Das ist zwar inzwischen wohl ungefährlich für verfressene Lindwürmer und andere Gartenbewohner, aber so ganz traue ich dem nicht. Marii würde das sicher kiloweise fressen und wir kämen gar nicht mehr zum Gärtnern, sondern müssten immer hinter dem Lindwurm her sein. Sägespäne und Co nutzen bei diesem Wetter, das ja gerade schneckenfreundlich ist, auch nicht viel. Wie löst ihr denn das Problem?

Verpasst nie wieder einen Artikel der Lindwurmfeste!

Eure Majura

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3 Gedanken zu “Frühkartoffeln ernten, Pflanzen umsetzen und Schneckenjagd

  1. birthesgartenzeiten schreibt:

    Die Schnecken sind dieses Jahr wirklich sehr aufdringlich – sogar im neuen Hochbeet habe ich die erste gefunden – sie ist sicherlich über die rankenden Kürbisse hineingekommen. Und sogar über den Schneckenzaun muss es eine geschafft haben – habe heute abend seit zwei Jahren die erste Schnecke dort hinausgeworfen. Wahrscheinlich hilft nur ein richtig strenger Winter – oder ein Schneckenzaun. Absammeln hilft auch – „jede Schnecke ist eine weniger“… Aber das Problem ist wirklich: wohin dann mit ihnen? Aber wenigstens ist die Kartoffelernte gelungen – sehen wirklich gut aus :-). LG

  2. Gabriele schreibt:

    Hallo, unser Garten war teilweise auch braun, statt grün und bunt. Ich bin Abends, als es etwas duster wurde, mit der Taschenlampe, Schraubglas und Einmalhandschuh auf Schneckenpirsch gegangen. Mitunter sogar dreimal am Abend. Die Schnecken wurden von mir abgesammelt und in dem Glas gesammelt. Wenn meine allabendlichen Pirschgänge durch den Garten beendet waren, wurde das Glas gut verschlossen und dann in der grauen Tonne platziert. Ist gemein, aber Salz, Messer und Schneckenkorn sind genauso gemein.
    Und meinen Pflanzen tut es auch weh, abgenagt zu werden. Vor allem weil von mir so viel Arbeit und Herzblut in den einzelnen Pflanzen steckt, weil man seit dem Frühjahr ja säht und tüdelt und gießt.
    Ich hatte teilweise den Eindruck, das dass die einzige Möglichkeit ist, den Schnecken etwas Herr zu werden.

    • Die Lindwurmfeste schreibt:

      Wir sammeln die Schnecken auch in Beuteln und tun sie in die graue Tonne. Ich sehe das genau so wie du. Ich habe ja auch nichts gegen ein paar Schnecken, aber wenn allein unter einer Zucchini 20 wohnen, ne…

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