Ernte Pastinake, Kapuzinerkresse und Quinoa; Obstbaum und Wein schneiden; Chilis überwintern

Der Winter naht und wir nutzen unsere freie Zeit, um den Garten und seine Bewohner gut darauf vorzubereiten. Heute hat sich wieder einiges getan.

Wein schneiden

Rhi war vor Kurzem beruflich in Italien. Dort schneidet man den Wein anders, als wir es kennen: radikal. Bis auf einen oder zwei Reben lässt man nichts stehen und auch diese werden auf 12 Augen zurück geschnitten. Wein ist recht anfällig für diverse Krankheiten. Auf diese Weise versucht man, ihn gesund zu halten. Wir haben es dieses Jahr auch so gemacht. Bis auf drei junge Reben kam alles runter. Unser Wein scheint ja eh ständig von irgendwelchen Rebläusen befallen zu sein. Außerdem sind uns wieder einmal die Trauben noch am Stock verschimmelt, bevor sie richtig reif waren. Dabei hatte ich mich so auf Weintrauben gefreut. Also musste eine Radikalkur her. Nachdem wir dieses Jahr gesehen haben, wie stark der Wein wieder austreibt, machen wir uns auch keine Sorgen, dass er nicht wiederkommt. Die drei Ranken haben wir mit Strick am Gitter hochgebunden. Bis dato haben wir vor allem Kabelbinder benutzt, weil sie in rauen Massen vorhanden waren, sind davon aber irgendwie nicht so begeistert. Wir werden sehen, wie er sich nächstes Jahr macht.

kaum zu sehen: der beschnittene Wein

Quinoa und Amaranth ernten

Für die Quinoa stand die Haupternte an. Gar nicht so einfach. Der Beutel war nicht groß genug, um den Kopf im Ganzen abzuschneiden und außerdem gibt es da noch unzählige kleine Seitentriebe. Beim Amaranth war es ähnlich. Die Köpfe waren zum Großteil schon geerntet. Aber viele winzige Seitentriebe galt es noch zu holen. Interessanterweise scheinen sich aus den Geiztrieben die Ähren zu entwickeln. Nun verzichten wir wieder eine Weile auf den Küchentisch, damit alles gut durchtrocknen kann. Letztes Mal ist uns leider vor allem die Quinoa geschimmelt.

Pastinaken ernten

Die Pastinaken sollten eigentlich über den Winter stehen bleiben und nach Bedarf geerntet werden. Da aber einige Pflanzen beschlossen haben, zu schießen, haben wir nun doch alle aus der Erde geholt. Viele hatte einen schönen runden „Kopf“, haben sich dann aber in zwei oder drei Triebe verzweigt. Aber einige waren richtig schön lang und eins. Leider haben sich die Schneckenbabys sämtlicher Arten auf die oberirdischen Teile gestürzt. Auch Regenwürmer habe ich in Unmengen direkt an den Pastinaken gefunden. Fressen sie die etwa? Das Laub haben wir abgeschnitten und gleich im Garten gelassen.

Kapuzinerkresse verarbeiten

Auf facebook sind wir in diversen Gärtner-Gruppen unterwegs. Neulich hat dort jemand ein Foto von seinem Kapuzinerkressenessig gepostet. Was habe ich mich geärgert, wo ich doch gerade erst sämtliche Kresse entfernt habe! Hätte ich das eher gewusst….und dann kam ich in den Garten und tada: Auf dem Kompost stand ja noch Kapuziner, die ich für die Raupen des Schönbären habe stehen lassen. Die Raupen waren nicht mehr zu sehen. Ich habe direkt einige Blüten geerntet und werde sie in Essig ansetzen. Ein weiteres Gruppenmitglied schrieb, dass sie sich die klein gehackten Blüten unter den Frischkäse mische. Klingt auch nicht schlecht…Im Übrigen werden wir noch eine Menge Spaß mit der Kapuzinerkresse haben. Überall waren schon wieder kleine Kapuzinerkinder auf den Beeten. Selbst auf dem Kompost, auf dem wir nur die abgeschnittene Kapuzinerkresse hatten, ist sie quasi vom Tode auferstanden. Können die neu wurzeln? Denn diese Pflanzen waren schon recht groß und hatten auch Blüten, im Gegensatz zu den Selbstaussaaten.

Sonnenblümchen

Meine kleinen Sonnenblumen haben nun doch sehr die Köpfe hängen lassen. Ich habe sie abgeschnitten und lasse sie zu Hause trocknen.  Vielleicht habe ich Glück und kann doch noch ein paar Sonnenblumenkerne naschen. Die ganz kleinen Blüten habe ich für die Tiere da gelassen.

Obstbaumschnitt und Leimringe

Herbst bedeutet auch, dass die Obstbäume beschnitten werden. Wir haben ja nur eine kleine Pflaume, vermutlich sogar eine Reineclaude. Aber auch sie bildet Wassertriebe. Das sind diese dünnen Ästchen, die senkrecht in den Himmel ragen. Diese Triebe bilden keine Früchte und kosten daher nur unnötig Kraft. Sie werden abgesägt. Aber immer dran denken: Sauber absägen, nicht abbrechen.
Auch Leimringe bzw. Raupenleim sollten langsam angebracht werden. Wir hatten damit in der neuen Lindwurmfeste noch keine Probleme, deshalb gibt es bei uns auch keine. Es bleiben doch nicht nur Schädlinge dran kleben. In einer Zeitschrift habe ich sogar in einem Leserbrief gelesen, dass dort angeblich sogar Meisen und sogar Fledermäuse an den Leimringen kleben geblieben sind!

Geräte frost- und diebessicher unterbringen

Für den Schrebergärtner stellt nicht nur der Frost eine Gefahr im Winter dar. Auch Diebe nutzen diese Zeit gerne, da sich kaum jemand in den Gartenanlagen aufhält. Darum holen wir sämtliche wertvollen Geräte über den Winter zu uns ins Haus. Außerdem tut der Frost sicherlich einigen Geräten auch nicht so besonders gut.

Chilis überwintern

Fünf weitere Wintergäste sind bei uns eingezogen: Die Chili-Pflanzen. Die fünf stärksten dürfen in der Abstellkammer ihren Winterschlaf halten. Dafür werden die Chilis zurückgeschnitten, ungefähr bis hinter die letzte Blüte. Sie sollen keine Kraft mehr in deren Entwicklung stecken. Auch noch grüne Chilis werden komplett abgeerntet. Und holla, waren das Mengen! Für gewöhnlich ernte ich zwei Hände voll rote Chilis von allen Pflanzen. Die grünen haben mir fast einen halben Eimer gefüllt! Die Wurzelballen der Pflanzen haben wir in Zeitung eingeschlagen. Man soll die Chilis kühl und dunkel lagern, damit sie quasi auch verstehen, dass jetzt Winterpause ist. Hoffen wir mal, dass sie es begreifen. Zur Not hätten wir da jetzt einige Myriaden Chili, aus deren Samen man neue Pflanzen ziehen könnte.

Erfahrungen mit der Unkrautfolie

Die meisten Chili standen auf dem Hochbeet, dass wir mit Pappe abgedeckt und mit Kleintiermist gefüllt hatten. Dann kam eine schwarze Unkrautfolie darüber. Ich habe mich furchtbar geärgert, weil an den Rändern und in den Löchern für die Kulturpflanzen doch ganze Büsche von Quecke kamen. Doch dort, wo die Folie wirklich geschlossen war, war wirklich kein einziges Unkraut zu sehen! Ich hatte die Apokalypse schlecht hin erwartet. Nichts. Herrlich. Nächstes Jahr werden wir wieder Folie benutzen. Dann aber eine wasserdurchlässige. Man hat schon sehr genau gesehen, wo die Löcher in der Folie war und Wasser durchkam und wo nicht. Wobei sicher auch das dazu beigetragen hat, dass sich das Unkraut (Wildkraut, Entschuldigung) dort nicht so verbreitet hat. Außerdem werden wir die Folie über die Holzränder spannen und außerhalb des Beetrahmens beschweren. So bleibt uns vielleicht auch das unerwünschte Grün an den Rändern erspart.

Tipp am Rande

All ihr lieben Camping-Klo-Besitzer: Nicht vergessen, die Kiste zu entleeren. Ihr wisst schon, Flüssigkeiten und Frost…

So viel von uns ;)

Majura

Verpasst nie wieder einen Artikel der Lindwurmfeste!

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Ein Gedanke zu “Ernte Pastinake, Kapuzinerkresse und Quinoa; Obstbaum und Wein schneiden; Chilis überwintern

  1. Chili Samen Blog schreibt:

    Hallo :)

    ich überwintere meine Chilis auch regelmäßig, da ich mir dann die mühsame Aussaaat spare und die Chilis früher anfangen zu blühen. Leider nimmt aber der Ertrag der Chilis nach einigen Jahren ab. So dass es meist wenig Sinn macht die gleiche Chilipflanze mehr als 2-3 Jahre lang zu überwintern.

    Wichtig ist, dass man sich für eine der beiden Varianten entscheidet, damit das Gleichgewicht nicht gestört wird:

    1.) kühl und wenig Licht (Keller usw.) + zurück schneiden
    2.) warm und ausreichend Licht / künstliche Beleuchtung mit Tageslichtspektrum

    In meinem Blog zur Chilizucht habe ich eine Anleitung zur Überwinterung erstellt: http://chili-samen-blog.de/Wordpress/chili-pflanzen-ueberwintern-anleitung/

    Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg mit dem scharfen Hobby der Chilizucht,
    Moritz

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