Der Stieglitz – Darum ist Löwenzahn so wichtig

Wer gestern auf unserer Facebook-Seite vorbeigesehen hat, weiß, dass wir gefiederten Besuch hatten: einen Stieglitz. Er saß im Löwenzahn. Nun habe ich mich gefragt: Was macht er da? Außerdem wollte ich mehr über diesen Vogel in Erfahrung bringen.

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Stieglitz im Löwenzahn bei der Lindwurmfeste

Klar war für mich: Es muss sich um eine Finkenart handeln. Das erkennt man ganz gut am Schnabel. Tatsächlich wird der Stieglitz auch Distelfink genannt. Er ernährt sich hauptsächlich von Sämereien von Bäumen, Stauden und Wiesenpflanzen.  Darum saß er also im Löwenzahn! Er hat nicht etwa Nistmaterial gesammelt, sondern er frisst die Samen, die Pusteblumen! Löwenzahn dient damit nicht nur als Heilpflanze bei Verdauungsbeschwerden, sondern ist auch ein wichtiger Bestandteil für die Ernährung von Tieren. Man sollte sich also zweimal überlegen, ob man die hübsche Pflanze als Unkraut entfernt, oder ihr zumindest einen kleinen Bereich seines Gartens überlässt.

Am liebsten mag der Stieglitz aber Disteln, daher auch der Name Distelfink. Doch er frisst nicht nur Sämereien, sondern auch kleine Insekten. Hier kommt er als Gartenhelfer ins Spiel, denn er vertilgt auch Blattläuse.

Gut zu erkennen ist er an seiner roten Gesichtszeichnung auf dem sonst weißen Kopf und Halsbereich mit schwarzem Nacken und Oberkopf. Auch die gelbe Binde an seinen Flügeln ist kennzeichnend. Er hat einen braunen Rücken und auch die Unterseite ist bräunlich in Höhe von Brust und Flanken, sonst gelblich. Wie die meisten Finken hat er einen sehr kurzen Hals und dünne Füße. Mit 12cm bis 13cm Länge muss man manchmal schon genauer hinsehen, wenn man ihn entdecken möchte.

In Deutschland ist der Stieglitz zumeist ganzjährig zu finden. Dabei bevorzugt er offene und baumreiche Gebiete. So bewohnt er gerne Streuobstwiesen, Wildkrautflächen, Waldränder, Heckenlandschaften und Flussufer. Einzeln stehende Bäume und Samen tragende Pflanzen stellen dabei das Hauptkriterium seines Lebensraumes dar.

Auf Bäumen und in hohen Sträuchern errichtet der Stieglitz Mitte April auch sein Nest. 12-14 Tage bebrütet das Weibchen dann in der Regel fünf Eier und wird vom Männchen in dieser Zeit mit Nahrung versorgt. Die Nestlinge schlüpfen nackt und blind. Mit ca. 30 Tagen sind sie selbstständig. Das Weibchen beginnt schon während der Zeit des Heranwachsens der Jungvögel mit dem Bau eines weiteren Nestes für die zweite Brut.

Stieglitze leben oft in kleinen Gruppen zusammen und gehen auch gemeinsam auf Nahrungssuche. Sie sind tagaktiv und verlassen ihren Schlafast mit Tagesbeginn. Ihre Lebenserwartung beträgt 8-9 Jahre in freier Wildbahn.

Besonders interessant ist die Mythologie im Zusammenhang mit dem Stieglitz. So galt er im Mittelalter als Talisman gegen die Pest. In der christlichen Symbolik ist er ein Zeichen für den Leidensweg Jesu und findet sich so in zahlreichen Bildnissen. Auch seine Färbung gab Grund zum Rätseln auf. Wikipedia kennt diese Sage:

Als Gott allen Vögeln ihre Farben gab, blieb der Stieglitz bescheiden in der hintersten Ecke sitzen. Schließlich kam er als Letzter zu Gott, der keine Farbe mehr hatte. Da suchte Gott aus jedem Topf noch einen kleinen Tupfer: So kamen der rote Schnabelgrund, der schwarze Scheitel, die schwarzen Flügel und der Schwanz zustande, die gelbe Binde über den Flügeln, die weißen Tupfen an Kopf, Flügeln und Schwanz, der lichtbraune Rücken und die gelbweiße Unterseite.

Alles in allem also ein sehr interessanter Zeitgenosse. Also haltet die Augen auf, beobachtet die Natur um euch herum und hört nie auf, Fragen zu stellen :)

Eure Majura

Bilder: pixabay.de

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