Fluch oder Segen? Ackerschachtelhalm im Beet

Man lernt nie aus. So treffen wir hier nicht nur auf Vögel, die wir bisher nicht kannten, sondern auch auf unbekanntes Unkraut. Eins davon hat inzwischen einen Namen: Ackerschachtelhalm.

Plötzlich waren sie da, handhohe Triebspitzen, die aussahen wie kleine Koniferen. Schnell stellten wir fest: Es sind keine Lebensbäume. Es hat schier unendlich tiefe Wurzeln, die natürlich sofort abbrechen, wenn man sie nur schief ansieht. Sieht man ein kleines Minibäumchen, verstecken sich garantiert noch fünf andere unter der Erde. Und es ist sehr, sehr ausdauernd. Einfach Kopf abschneiden und hoffen, dass es eingeht, bringt nicht viel. Nachdem nun der Name herausgefunden war, stellte sich die Frage: Was nun? Geht das von alleine weg, ist es vielleicht sogar nützlich? Und wenn nicht, wie werde ich es los? Denn natürlich wächst es liebend gern direkt an den Nutzpflanzen.

Ackerschachtelhalm

Ackerschachtelhalm

Ackerschachtelhalm als Heilkraut

Die gute Nachricht: Ackerschachtelhalm (oder: Zinnkraut, Katzenwedel, Fuchsschweif und Scheuergras) kann durchaus Verwendung im Haushalt und der Heilpraxis finden. Der Name Zinnkraut verweist schon darauf, dass sich die Pflanze zum Polieren von Zinngegenständen eignet. In sofern man solche besitzt.

Außerdem enthält Ackerschachtelhalm viel Kieselsäure und Mineralstoffe. Diese sind besonders für die Haut und die Schleimhäute von positiver Wirkung. Besonders einfach ist die Zubereitung als Tee. Bei Entzündungen im Mund und den Nebenhöhlen, Halsschmerzen und Husten soll es helfen, mit dem Tee zu gurgeln. Auch Sodbrennen soll der Tee vorbeugen. Der Tee angewandt als Umschläge oder für Bäder sowie Cremes aus Ackerschachtelhalm sind eine Wohltat für trockene Haut. Die Kieselsäure wirkt als Haarspülung brüchigen Haaren entgegen. So weit die gute Nachricht.

Ackerschachtelhalm im Garten beseitigen

Die schlechte Nachricht: Man wird es praktisch nicht los. Ackerschachtelhalm wächst gerne auf verdichteten Böden, die lehmig bis staunass sind. Hurra, das ist ja schon mal eine tolle Aussage zum Garten. Doch, wen wundert es? Unsere Erde stammt von einem Acker und da wächst der Ackerschachtelhalm nunmal gerne. Daher der Name, nicht wahr? Vorbeugend ist also eine gute und vor allem tiefe Bodenbearbeitung wichtig.  Ist er einmal da, wird es schon schwerer. Wo man kann, sollte man ihn so tief wie möglich ausgraben und wirklich alle Wurzelreste entfernen. Auch Gründüngung wie Lupine kann helfen, die Verdichtung des Bodens aufzulockern und dem Ackerschachtelhalm so die Lebensgrundlage zu entziehen. Die Pflanzen werden dann zusehends schwächer. Regelmäßiges Abhacken bzw. Entfernen der Triebspitzen tut sein Übriges.

Was nicht hilft: Das Abdecken mit Folie oder Vlies ist leider erfolglos. Auch den Freunden der Chemie-Keule sei gesagt: Es bringt nichts. Ackerschachtelhalm wurzelt extrem tief und solange der Boden verdichtet und nass ist, regeneriert sich die Pflanze immer wieder. Da nützt auch keine Chemie etwas.

Keine gute Prognose also. Dieses Jahr wächst bei uns eh alles nur sehr langsam und mühselig. Da, wo endlich was wächst, steht der Ackerschachtelhalm dazwischen. Umgraben fällt da also flach. Dort schneiden wir die Triebspitzen regelmäßig ab und sammeln sie zum Trocknen. Einen Teil des Gartens haben wir bereits mit Lupine eingestreut. Sobald das Wenige abgeerntet ist, wird wohl auch dort Gründüngung eingesät.

Habt ihr Erfahrungen mit Ackerschachtelhalm? Wie lange hat es bei euch gedauert, bis er weg war?

Eure Majura

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